Eine der größten Herausforderungen für eine breite Umsetzung von PVT-Systemen ist ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auch unter Expert*innen ist dieses Thema umstritten. In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Aussagen aus der Diskussion zusammen und stellen sowohl Referenzen als auch Ergebnisse vor, die diese unterschiedlichen Positionen unterstützen.
Technisch- und wirtschaftlich sinnvoll
Sebastian Asenbeck und Stephan Fischer von der IGTE der Universität Stuttgart sowie Ulrich Leibfried und Hans Stork von der Consolar GmbH heben in einem gemeinsamen Artikel die wirtschaftlichen Vorteile der Kombination von Wärmepumpen und PVT-Anlagen in Mehrfamilienhäusern hervor (Quelle: PVT-Wärmepumpen-System – tab – Das Fachmedium der TGA-Branche ): Selbst bei einem (aktuell unrealistisch niedrigen) Gaspreis von 6 ct/kWh beträgt die Amortisationszeit ungefähr 15 Jahre. Hauptgründe dafür sind geringere Betriebskosten aufgrund des höheren Wirkungsgrades der Wärmepumpe und geringere Stromkosten durch Eigenverbrauch (Mieterstromkonzept). Dies zeigt, dass der Einsatz solcher Systeme in städtischen Gebieten (wo kein Zugang zu Erdwärme besteht oder der Einsatz einer Luftwärmepumpe aufgrund von Lärmbelästigung unmöglich ist) nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Die Tabelle zeigt die Gesamtkosten für verschiedene untersuchte Varianten eines Mehrfamilienhauses. Die angenommene Kosten für Gas betragen 6 ct/kWh, für Wärmepumpenstrom 22 ct/kWh und für Haushaltstrom 29 ct/kWh sowie 9 ct/kWh Einspeisevergütung für überschüssige PV-Strom.
Tabelle mit jährliche Kosten für verschiedene Versorgungssysteme (Quelle: PVT-Wärmepumpen-System – tab – Das Fachmedium der TGA-Branche ).

Die Werte zeigen dass die Investitionskosten für ein PVT-System vergleichbar mit den Kosten für Erdsonden als Quelle sind. Die niedrigere Kosten für “Wärmeerzeuger” zeigen deutlich:
- (i) die schlechtere jährliche Effizienz der Luft-Wärmepumpe (als Annahme der Modelle – vertiefende Informationen und Kritik zu dieser Annahme finden Sie hier)
- sowie (ii) die vergleichbare jährliche Performanz der PVT- und Erdwärmesonden-Anlagen.
Selbst bei dieser aktuell unrealistisch niedrige Gaspreise würde eine Luftwärmepumpe mit PV sich nach etwa 16 Jahre sich amortisieren. Die Amortisationszeit für eine Sole-WP mit Erdsonden oder für ein PVT-System ist jeweils mit 13 bzw. 14 Jahre vergleichbar. Hauptfaktor für die vergleichbare Wirtschaftlichkeit sind die Kostenvorteile durch die PV Anlage. Insbesondere die Vorteile der Einspeisevergütung kommt hierfür zum tragen: ohne diese beträgt der Amortisationszeit für die Luft-WP, Erdsonden und PVT Systeme jeweils 37, 20 und 23 Jahre.
PVT als “Sanierungsoption”
U. Leibfried und H. Stork von der Consolar GmbH untersuchen in diesem Beitrag vom Oktober 2024 die Amortisationszeit von PVT-Anlagen unterschiedlicher Größen, die anteilig die konventionelle Versorgung durch Erdgas ersetzen sollen/können. Die Ergebnisse zeigen ein ähnliches Bild wie bereits oben skizziert:
- Typische Amortisationszeiten liegen zwischen 6 und 11 Jahren. Kürzere Amortisationszeiten sind dabei vor allem auf kleinere Systemgrößen zurückzuführen.
Zudem spielen die Vorteile der PV-Stromnutzung – insbesondere Eigenverbrauch und Einspeisevergütung – eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen.
Einfluss verschiedener Wirtschaftlichkeitsparameter
In diesem Beitrag stellen wir den Einfluss verschiedene Wirtschaftlichkeitsparameter (wie Zinsen, Einspeisevergütung und Strompreise) auf die jährliche Kosten der Systeme dar.